Pflege und Waschen Ihrer Kleidungsstücke
Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, das Sie schon im Schrank haben und weiter tragen.
Das ist keine Redensart. Nach Zahlen des britischen Programms WRAP senkt ein Kleidungsstück, das neun Monate länger getragen wird, seinen CO2-, Wasser- und Abfall-Fußabdruck um rund 20 bis 30 Prozent. Neun Monate, nicht zehn Jahre.
Diese neun Monate gewinnt man nicht über das Material. Man gewinnt sie darüber, wie ein Kleidungsstück gewaschen, getrocknet und aufbewahrt wird. Das ist der Teil, der bei Ihnen liegt — deshalb steht er hier ausführlich.

Wie lange ein Pullover hält, entscheidet sich beim Waschen
Strick verschleißt nicht beim Tragen, sondern im Wasser. Gut gewaschen begleitet ein Pullover Sie über Jahre; falsch gewaschen verfilzt er beim dritten Mal, landet hinten in der Schublade und von dort im Sack. Genau da richtet Fast Fashion den eigentlichen Schaden an: weniger über das einzelne Stück als über die Gewohnheit, einen Pullover als Sache einer Saison zu sehen.
Zwei Regeln, noch bevor Sie den Hahn aufdrehen. Tragen Sie dasselbe Stück nicht an mehreren Tagen hintereinander: Lassen Sie vierundzwanzig Stunden dazwischen, die Fasern erholen sich und Pilling kommt deutlich später. Und waschen Sie seltener, als Sie denken: Wolle und Kaschmir widerstehen Gerüchen und Flecken von sich aus, oft genügt eine Stunde flach an der Luft. Jede gesparte Wäsche ist Faser, die nicht strapaziert wird, Wasser, das nicht verbraucht wird, Energie, die nicht gebraucht wird.
Kaschmir und Wolle, von Hand
Ein Irrtum vorweg: Kaschmir muss nicht in die Reinigung. Außer bei aufwendig gearbeiteten oder bestickten Stücken waschen Sie es zu Hause.
Eine Schüssel mit lauwarmem Wasser, nie über 30 °C, und sehr wenig Wollwaschmittel, ein neutrales Feinwaschmittel oder ein paar Tropfen Babyshampoo. Ein Stück nach dem anderen, auf links gedreht. Drücken Sie sanft: nicht wringen, nicht reiben, nicht auswinden — so verfilzt Wolle. Nie länger als fünf Minuten einweichen, sonst arbeitet das Mittel gegen Faser und Farbe. Spülen Sie geduldig und wechseln Sie das Wasser, bis es klar bleibt, immer bei derselben Temperatur: Temperatursprünge sind der eigentliche Feind.
Keinen Weichspüler. Er legt die Faser flach und zehrt das Stück mit der Zeit aus. Wenn Sie nachgeben wollen: Es gibt Spülungen für Wolle und Kaschmir, die die Faser strecken statt sie zu drücken.
Kaschmir und Wolle, in der Maschine
Ja, das geht — mit vier Punkten. Das Stück auf links, besser noch in einem Wäschenetz, bei Schals und Pashminas unverzichtbar. Sehr wenig Wollwaschmittel. Wollprogramm oder Feinwäsche, nie über 30 °C. Und ohne Schleudern: Wenn Ihre Maschine das nicht zulässt, stellen Sie 400 Umdrehungen ein.
Das Trocknen, wo am meisten schiefgeht
Legen Sie das Stück auf ein trockenes Handtuch und rollen Sie beides zusammen, mit leichtem Druck: Das Handtuch nimmt das Wasser auf, ohne dass Sie etwas auswringen.
Dann öffnen Sie die Rolle, ziehen das Stück mit den Händen in Form — Kragen, Schultern, Ärmel — und lassen es flach liegend trocknen, fern von der Heizung und von direkter Sonne.
Der Trockner nie. Hitze und Drehung zusammen sind das Rezept fürs Verfilzen: der schnellste Weg, einen Pullover um zwei Größen zu verkleinern.

Bügeln
Wenn Sie gewaschen und getrocknet haben wie oben, ist Bügeln meist nicht nötig.
Wenn doch: Stück auf links, Eisen auf niedriger Stufe, und eine der beiden Vorsichtsmaßnahmen — nicht wahlweise, sondern immer: ein Dampfstoß aus fünf Zentimetern Abstand, ohne aufzusetzen, oder ein Baumwolltuch zwischen Eisen und Strick.
Lassen Sie das Stück auskühlen, bevor Sie es zusammenlegen. Warm gefaltet behält es die Falte.
Pilling ist kein Fehler
Die Knötchen unter den Armen und an den Seiten sind kein Zeichen für schlechtes Kaschmir, sie sind Reibung. Kürzere Fasern lösen sich, reiben aneinander und rollen sich zusammen. Das passiert bei allen Naturfasern, und bei den weicheren Garnen — also den feineren — früher.
Entfernt werden sie mit einem Kaschmirkamm, vorsichtig in Strickrichtung geführt. Nie mit dem Rasierer: Bei feinem Strick ist die Gefahr zu groß, ein Loch zu öffnen, und ein Loch ist eine andere Sache.
Baumwolle
Unsere Baumwollstücke brauchen weniger Aufmerksamkeit, haben aber eine Falle: Gestrickte Baumwolle läuft durch Hitze ein, nicht durch Wasser.
Waschen bei 30 °C im Baumwollprogramm, trocknen auf der Leine oder dem Wäscheständer — der Trockner ist es, der den Strick eingehen lässt — und bügeln, solange das Stück leicht feucht ist: Das geht deutlich leichter als trocken.
Am Ende der Saison
Ein ungewaschenes Stück wegzulegen ist der sicherste Weg, es mit Löchern wiederzufinden: Motten gehen nicht an die Wolle, sie gehen an die Spuren von Schweiß und Essen darauf. Also waschen, gut trocknen, und erst dann weglegen.
Legen Sie das Stück längs zur Hälfte, die Ärmel gestreckt, ohne Knick. Legen Sie ein Blatt Seidenpapier gegen Feuchtigkeit dazu und schieben Sie alles in einen Beutel aus Stoff oder Plastik, der nicht luftdicht schließt: Es muss atmen. Dazu ein natürlicher Mottenschutz — Kugeln aus Zedernholz, Säckchen mit Zimt und Nelken, Watte mit Basilikum- und Minzöl — alle zwei bis drei Monate erneuert.
Wenn doch etwas passiert ist
Eine gezogene Masche, eine offene Naht, ein Mottenloch: Bevor Sie ein Stück weglegen, schreiben Sie uns.
Wir reparieren Kleidungsstücke von Dalle Piane Cashmere. Sie schicken zwei Fotos, wir sehen uns den Schaden an und sagen Ihnen offen, was möglich ist: Manches lässt sich richten, ohne dass man es sieht, anderes nicht — und das sagen wir, bevor Sie etwas verschicken. Das Stück kommt in dieselben Hände zurück, die es gemacht haben.

In jedem Paket
In jedem Paket, das wir verschicken, liegt ein gedrucktes Faltblatt mit genau diesen Schritten. Es ist nicht das Kleingedruckte: Es ist der Teil des Kaufs, der darüber entscheidet, wie lange das Stück Sie begleitet.
Die Schritte für Kaschmir stehen auch in unserem Beitrag Kaschmir waschen.



